Merinowolle

Beim Stichwort Wolle stellen sich vielen die Nackenhaare auf – ist das nicht das fürchterliche Material, aus dem die kratzigen Pullover von Oma gemacht sind? Okay, sie sind warm, aber direkt auf der Haut fast nicht zu ertragen.

Und jetzt soll ich Wolle bewusst tragen, vor allem direkt auf der Haut? Bei meiner Wanderung, Berg- oder Trekkingtour? Na ich hoffe mal, da gibt es gute Gründe!

Keine Sorge, die gibt es: Merinowolle hat im Vergleich zu herkömmlicher Wolle viele funktionelle Eigenschaften, die sie gerade für sportliche Aktivitäten unter freiem Himmel prädestiniert.

Der Ursprung der Merinowolle: Neuseeland und die Merinoschafe

Die tolle Wolle kommt von den Merinoschafen, die hauptsächlich in Neuseeland zuhause sind. Da die Tiere dort logischerweise das ganze Jahr über leben, erleben Sie sowohl die heißen Temperaturen im Hochsommer als auch den kalten neuseeländischen Winter – und das alles mit dem gleichen Wollfell. Die Natur hat die tolle Eigenschaft, sich an die vorherrschenden Bedingungen anzupassen – weder schwitzen sich Merinoschafe im Sommer zu Tode noch erfrieren Sie im Winter – die Wolle wärmt bei Kälte und kühlt bei Hitze – genial! Genau diese Eigenschaften sind es, die wir Menschen uns mit Bekleidung aus Merinowolle zu nutzen machen. Der Stoff ist also absolut ganzjahrestauglich.

Geruchsneutral – auch nach Tagen

Naja gut, die Wolle hat tolle temperaturregulierende Eigenschaften. Aber Funktionswäsche neigt doch in der Regel dazu, schnell unangenehm zu riechen, oder? Das trifft meist auf Kunstfasern zu, nicht jedoch auf Merinowolle. Der Grund dafür ist genauso einleuchtend wie kurios:
Die Merinoschafe besitzen in Neuseeland keine natürlichen Feinde, trotzdem besitzen sie einen natürlichen Fluchtreflex. Während Sie am Tag in den Tälern und Ebenen stehen, suchen sie abends, wenn die Dunkelheit hereinbricht, die Höhe – Bergkuppen und Plateaus. Logisch, so hätte man einen guten Überblick und könnte herannahende Feinde frühzeitig erkennen. Am nächsten Morgen geht es dann zurück ins Tal.

Die Schafe sind also ständig in Bewegung, was für die Wolle bedeutet, dass sie ständig gut durchlüftet wird und schnell trocknet. Die Tatsache, dass wir unsere Merinobekleidung auch nach Tagen – im Optimalfall auch Wochen – noch überstreifen können, ohne dass uns der Geruch umhaut, haben wir also der Fitness der Merinoschafe zu verdanken.

Tragekomfort direkt auf der Haut – Merino kratzt nicht

Ach ja, da war ja noch was – das Thema Kratzen. Die Fasern der Merinowolle sind wesentlich feiner als die von herkömmlicher Wolle. Daher fühlt sie sich auch und gerade direkt auf der Haut wunderbar angenehm an. Der Fairness halber muss man aber einräumen, dass man diese Aussage so nicht pauschalisieren darf – es gibt durchaus auch Leute, die Merinowolle auf der Haut als unangenehm empfinden. Ausprobieren sollte man es aber in jedem Fall!

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Wer von natürlichen Materialien nicht genug bekommen kann, dem sei der Artikel über Daune ans Herz gelegt.