Wassersäule

Wassertropfen, die auf einem blauen Stoff abperlen

Der Regen perlt wunderbar ab – so soll es sein! – lichtkunst.73 / pixelio.de

Der Begriff Wassersäule fällt immer dann, wenn es um den Schutz vor Regen und Nässe geht. Häufig geht es um Bekleidung, aber auch Zelte und Zeltböden besitzen eine Wassersäule. Aber was genau fängt man mit dem Wert, der in Millimetern angegeben wird, an? Je höher der Wert, umso dichter ist meine Jacke, Hose oder mein Zelt? Also muss ich doch die Jacke und das Zelt mit dem höchsten Wassersäulenwert kaufen, um nicht nass zu werden, oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal etwas zur Ermittlung der Wassersäule: das zu testende Stück Stoff wird unter einen Zylinder mit Skala gelegt. Dann wird dieser stetig gefüllt. Der Wert, bei dem gerade noch kein Tropfen Wasser von außen durch den Stoff dringt, bestimmt die Wassersäule. Eine Wassersäule von 2.000 mm bedeutet also, dass das Material bis zu dem Druck dicht ist, der in 2 Metern Tiefe unter Wasser herrscht. Nun wird man wohl kaum draußen unter freiem Himmel in die Situation kommen, dass eine 2 Meter hohe Wassersäule auf die Regenjacke oder das Zeltdach drückt. Regen und Sturm entwickeln aber durchaus ähnliche Kräfte.

Und ab welcher Wassersäule bin ich jetzt gut geschützt? Rein rechtlich, nach DIN-Norm, gilt ein Stoff ab 1.300 mm Wassersäule als dicht. Von Bekleidung und Zelten mit solch niedriger Wassersäule sollte man allerdings die Finger lassen. Was man wirklich braucht, hängt ganz stark davon ab, wo man das jeweilige Produkt einsetzen will. Es gibt wohl nur wenige Prozent der Erdbevölkerung, die in ihrem Leben tatsächlich in eine Wettersituation geraten, wo wasserdichte Bekleidung mit einer Wassersäule von 20.000 mm notwendig ist. Hier handelt es sich um Extremsportler im absoluten Grenzbereich! Beim Spaziergang oder der Trekkingtour werden solche Werte nicht erreicht. Von daher ist der gängige Bereich bei Bekleidung zwischen 3.000 und 10.000 mm anzusiedeln.

Eine Wassersäule über 10.000 mm macht bei Zeltböden schon wieder mehr Sinn. Auf dem Zeltboden kniet, steht und liegt man, da kann man sich gut vorstellen, dass die Böden einem erhöhten Druck standhalten müssen.

Ein letzter Hinweis noch: die größte Wassersäule nützt nichts, wenn Nähte und Reißverschlüsse nicht versiegelt sind. Dann wird sich das Wasser über diese Schwachpunkte einen Weg ins Innere bahnen.

Ein Gedanke zu „Wassersäule

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